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In Ferien sind Blutspenden Mangelware Drucken

Bericht des Mindener Tageblatts vom 01.07.2009

DRK-Ortsverein Hille mit Sondertermin am Freitag in Unterlübber Schule / 650 Konserven täglich benötigt

von Gisela Burmester
Hille-Unterlübbe (mt). Die einen freuen sich auf die Sommerferien, für die anderen ist es eine sorgenvolle Zeit. Beispielsweise für das Deutsche Rote Kreuz (DRK), denn in diesen Wochen geht die Zahl
der Blutspender drastisch zurück.

 

In den Sommerferien fahren viele Blutspender in Urlaub, doch der Bedarf an Blutkonserven ist weiterhin groß: Darum lädt der DRK-Ortsverein Hille am Freitag zu einem Sonderspendetermin in Unterlübbe ein. | Foto: privat"In den Ferien werden Blutspenden erfahrungsgemäß zur Mangelware. Es ist eine kritische Zeit, weil viele Spender in Urlaub fahren. Darum brauchen die Krankenhäuser jetzt jede Blutspende. Schließlich sollen alle Patienten in jedem Moment optimal versorgt werden", sagt Claudia Müller, Pressesprecherin des DRK-Blutspendedienstes West in Münster. Ein Engpass an Blutspenden könne fatale Auswirkungen haben.

Allein in Ostwestfalen-Lippe werden täglich im Durchschnitt 650 Blutspenden benötigt. "In der Regel bekommen wir diese Zahl auch zusammen, doch in den Sommerferien ist es schwierig." In dieser Zeit müsse das DRK, berichtet Claudia Müller, besonders große Anstrengungen unternehmen, um den Bedarf decken zu können.

Beispielsweise mit Sonder-Blutspendeterminen. Am kommenden Freitag, 3. Juli, findet solch ein Termin in der ehemaligen Schule in Unterlübbe statt. Von 16 bis 20 Uhr stehen dort Helfer und Helferinnen, darunter auch ein Arzt, bereit, um den Spendern den kostbaren Lebenssaft abzunehmen.

Wer Blut spenden möchte, muss zwischen 18 und 68 Jahre alt und gesund sein. Wer erstmals dabei ist, darf höchstens 60 Lenze zählen. Vor der Blutspende werden Körpertemperatur, Puls, Blutdruck und Blutfarbstoffwert überprüft.

Ältere Menschen sind treue Spender

Im Labor des Blutspendedienstes folgen Untersuchungen auf Infektionskrankheiten. Jeder Blutspender erhält einen Blutspenderausweis mit seiner Blutgruppe.
Am Freitag mitzubringen sind der Personalausweis und - falls vorhanden - der Blutspenderpass.
Zwischen zwei Blutspenden ist nach Auskunft von Claudia Müller ein Mindestabstand von acht Wochen erforderlich.


Doch nicht nur die Ferienzeit macht den Rotkreuzlern zu schaffen.

Auch der demografische Wandel - Stichwort: Alterspyramide - ist die Ursache für Sorgen. "Unser Klientel sind Menschen ab 60 Jahre", verweist die Pressesprecherin auf jene, die nach Möglichkeit keinen lutspendetermin verpassen wollen. In der Gemeinde Hille wird viermal jährlich zum Blutspenden aufgerufen, dann blicken die DRK-Helfer auch immer in bekannte Gesichter.

DRK geht in die Schulen

Auf die jüngeren Generationen ist da weniger Verlass. "Auch sie spenden Blut, aber nicht so regelmäßig wie die Älteren." Die Gründe dafür, meint Claudia Müller, seien vielfältig.
Manchem sei es vielleicht zu umständlich, extra wieder loszufahren oder sich an einen bestimmten Termin zu halten. Darum gehe das DRK nun neue Wege: "Wir kommen zu den Spendern. Es ist geplant, in Zukunft verstärkt in Gymnasien und Berufskollegs zu gehen. Dort kann direkt vor Ort Kontakt mit potenziellen jungen Spendern aufgenommen werden."
So sei die Blutspendeaktion Ende Mai im Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg in Minden ein voller Erfolg gewesen. Damals ließen sich 338 Schüler und Schülerinnen sowie zahlreiche Lehrkräfte als Blutspender registrieren.

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