Bericht des Mindener Tageblatts vom 10.07.2009
Ortsverein Hille fehlt es an jederzeit einsetzbaren Mitgliedern / Vielfältige Aufgabengebiete
von Claudia Hyna
Hille-Unterlübbe (mt). Das DRK Hille teilt das Schicksal zahlreicher anderer Vereine in der Kommune: Es fehlt an Nachwuchs.
30 aktive Mitglieder sind es, die zurzeit den Rettungsdienst übernehmen. "Das würde ausreichen, wenn sie jederzeit zur Verfügung stehen", erklärt Rotkreuzleiter Eugen Deines (28). Zahlreiche Mitarbeiter sind jedoch in Schichtarbeit tätig und können ihren Arbeitsplatz nicht ohne Weiteres verlassen. Gerade bei
Spontaneinsätzen fehlt es oft an Leuten. Daher freut sich das DRK jederzeit über neue Mitglieder, wie Deines sagt.
Die Ausbildung bekommen die jungen Leute (ab 18 Jahren) beim DRK. Damit jeder Helfer später universell einsetzbar ist, werden handwerkliche Fähigkeiten ebenso wie die Bedienung von Funkgeräten geschult. "Und man sollte keine Angst vor Blut haben", sagt der Rotkreuzleiter und lacht.
Die Aufgabengebiete sind in der Tat vielfältig: Sie reichen von der Betreuung der Blutspenden (in Hille vier Mal im Jahr, vom Seniorenklub betreut) über die Wasserwacht (an den Sommer-Wochenenden am Badesee in Mindenerwald) bis hin zum Katastrophenschutz (etwa bei der WM 2006 in Deutschland) oder bei Großschadenslagen wie dem Brand eines Asylbewerberheims in Holzhausen. Seit einem Jahr gibt es an der Verbundschule Hille den Schulsanitätsdienst. Karen Degenhard leitet eine Arbeitsgemeinschaft, bei der Schüler in Erster Hilfe geschult werden.
Den größten Teil nehmen die Sanitätsdienste ein. Hier sind die Helfer das ganze Jahr hindurch bei Sport- oder Tanzveranstaltungen, in Kindergärten und Schulen unterwegs.
Was vielen nicht bekannt ist: Wer sich für sechs Jahre ehrenamtlich beim DRK verpflichtet, kann vom Wehr- oder Zivildienst freigestellt werden. "Dieses Engagement macht sich gut im Lebenslauf",
sagt Eugen Deines. Betriebe würden diese Sanitäter gerne einstellen.
Eine starke Gemeinschaft
Die Geschichte des Roten Kreuzes in Hille begann vor etwa 80 Jahren. Damals gab es bereits erste Sanitätskolonnen. Der erste DRK-Ortsverein ist mehr als 60 Jahre alt. 1990 schlossen sich die
einzelnen Vereine zum Ortsverein Hille zusammen. Die Idee ist zwar alt, das Führungsteam allerdings nicht: Mit Eugen Deines, Susanne Steinmann und Manuel Kreft ist seit Frühjahr ein junges
Team Ansprechpartner vor Ort. Erster Vorsitzender ist Burkhard Günther.
Eugen Deines kam vor zehn Jahren zum Roten Kreuz. "Mir gefiel die starke Gemeinschaft", sagt er rückblickend. Dass man seine Freizeit und vielfach die Wochenenden miteinander verbringe,
schweißt eben zusammen. Obendrein verrichte man eine sinnvolle Arbeit. Deines: "Das DRK ist mir einfach ans Herz gewachsen."
Weitere Informationen über das Deutsche Rote Kreuz in Hille gibt es unter www.drk-hille.de
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