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Orkan-Stopp mit heißem Tee und viel Geduld |
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Bericht des Mindener Tageblatts vom 20.01.2007
Kyrill zwang 1200 Bahn-Reisende zum Aufenthalt in Minden / Notbetten in der Hafenschule / Dank an Helfer
Von Hartmut Nolte
Nichts geht mehr, war der Bahn AG die Sicherheit ihrer Fahrgäste am Donnerstag kurz nach 17 Uhr am wichtigsten. Auch in Minden waren so etwa 1200 Reisende zum Orkan-Stopp gezwungen. Man fügte sich ins Unvermeidliche oder suchte eigene Wege zum Weiterkommen.
 Zwei ICE und ein IC wurden von dort, wo sie der "Ukas" der Bahnleitung erreichte, in den Mindener Bahnhof beordert. "Erst wusste man nicht was los war, wir warteten eine Stunde," berichtet Ex-MdB Günther Nolting, der bei Stadthagen im IC liegen blieb.
Weiterfahrt zu ermöglichen, "aber immer wenn wir so weit waren, schicke Kyrill die nächsten Böen," war aus Bahnkreisen zu erfahren. Schließlich der Beschluss: die Züge blieben über Nacht in den Bahnhöfen. Damit lief eine große Versorgungsmaschinerie an, die Feuerwehr und DRK einschloss. Der DRK-Kreisverband organisierte nicht nur schnell Getränke und warme Suppe, sondern auch Decken und Notbetten und die Stadt bot die Turnhalle der Hafenschule als Notquartier an. Davon machten aber nur etwa 50 Reisende Gebrauch, die meisten blieben lieber im geheizten Zug.
Einige hatten sich beim Bahnservice Gutscheine besorgt und ließen sich von Taxis in Mindener Hotels bringen, andere ließen sich zum eigentlichen Zielort bringen. Die Mindener Taxifahrer durften sich über gute Geschäfte zu guten Preisen freuen.
Der großen Nachfrage wurde auch das Essensangebot auf dem Mindener Bahnhof  angepasst. Verkauft wurde so lange bis das letzte Brötchen weg war, berichtet Hannelore Behrendt. Am Freitag wurde eine Stunde früher, um 4.30 Uhr geöffnet und statt drei schnitten, belegten und verkauften jetzt acht Schäfer-Angestellte die frischen Brötchen und gossen den heiß begehrten Kaffee ein. In der Bahnhofsbuchhandlung waren die Zeitungen rasch ausverkauft. Gegen 7 Uhr fuhren die ersten Züge wieder. Noch bis heute Nachmittag wird es dauern bis der Bahnverkehr wieder richtig rund läuft.
 Orkan Kyrill wird unvergesslich bleiben, nicht nur negativ. Die Reisenden waren erstaunlich geduldig," loben Bahnsprecher. "Wir wurden gut und freundlich umsorgt von den vielen ehrenamtlichen Helfern, und gut informiert von der Bahn," dankt und spricht Torsten Krey-Gerve für die meisten seiner Mitbetroffenen. "Wir werden noch lange zu Hause von der Nacht in Minden erzählen," lächeln Stefanie und Gilva aus New York.
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