Bericht des Mindener Tageblatts vom 15.10.2007:
Deckeneinsturz an der Hauptschule
Realistische Großübung des DRK-Kreisverbandes / Jugendliche stellen Schwerverletzte dar
Minden-Dankersen (mt).
Hilferufe und Schmerzensschreie hallten durch den Eingangsbereich der Hauptschule Dankersen. Blutende Kinder stöhnten und liefen verwirrt umher.
Von Christine Potter
Die Decke der Lehrküche war eingestürzt, hatte einige Schüler unter sich begraben. Andere hatten durch Glassplitter tiefe Schnittwunden erlitten.
Was sehr realistisch wirkte, entpuppte sich als Großübung des DRK-Kreisverbandes.
40 Jugendliche waren am frühen Sonntagmorgen von Mitarbeitern der Realistischen Unfall- und Notfalldarstellung unter Leitung von Torsten Radszat vom DLRG Minden geschminkt worden. Flüssigblut, Vaseline und Fettschminke kamen zum Einsatz. Auch Kitt, der auf die Haut aufgetragen und anschließend eingeritzt wurde. Darin steckten zahlreiche "Glassplitter" und aus den Wunden tropfte Blut.
Die Darsteller spielten das Geschehen fast professionell. Sie mimten Schwer- oder Leichtverletzte und unter Schock stehende Schüler. Panik brach in den Klassenzimmern aus, Schüler riefen lauthals um Hilfe. Die nahte dann alsbald. Ein Feuerwehrtrupp sorgte für die Erstversorgung. Die umher irrenden leicht verletzten Jungen und Mädchen wurden beruhigt.
Kurze Zeit später trafen die Sanitätsfahrzeuge am Unglücksort ein. Während die Verletzten vor dem Schuleingang grob gesichtet wurden, bauten die Rotkreuzler auf dem angrenzenden Sportgelände den Einsatzplatz auf. Zelte, in denen später die Jungen und Mädchen fachgerecht untersucht und behandelt werden sollten.
Im Eingangsbereich der Schule bekam jeder Verletzte eine sogenannte Sichtungskarte, auf der die Schwere der Verletzung eingetragen und die Personalien festgehalten wurden. Danach ging es per Krankentransport zum Behandlungsplatz.
Vier Zelte standen bereit, eingeteilt in verschiedene Kategorien. So wurden im Zelt K1 lebensbedrohlich Verletzte behandelt, auch Operationen konnten im Zelt durchgeführt werden. K2 war reserviert für Schwerverletzte, während in K3 und K4 Leichtverletzte behandelt wurden. Nach der entsprechenden Versorgung durch bereitstehende Ärzte und Sanitäter erfolgte der geregelte Abtransport in das Krankenhaus. Als fiktives Hospital stand das Gelände der DRK-Unterkunft Dankersen zur Verfügung.
Aus acht Ortsvereinen des Kreisverbandes waren rund 150 Teilnehmer bei der Übung mit von der Partie. "Schiedsrichter" beobachteten die Szenerie und waren am Ende mit dem Verlauf des gespielten Großeinsatzes zufrieden. Die Männer und Frauen aus den DRK-Ortsverbänden hatten sich wacker geschlagen. Alles klappte wie am Schnürchen. Auch die jugendlichen Darsteller konnten zufrieden sein. Jeder Unbeteiligte hätte die Übung nicht als Übung erkannt.
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