MT - Umzug des Klinikums Minden abgeschlossen - 30.03.2008
Die letzten 100 der insgesamt mehr als 300 Patienten sind heute in das neue Johannes-Wesling-Klinikum umgezogen.
Minden (mt/hjA). Unaufgeregt und mit positiver Stimmung ist auch der
zweite Umzugstag der beiden Mindener Innenstadtkliniken in das neue
Johannes-Wesling-Klinikum in Häverstädt abgelaufen. Am Sonntagmittag
war die Verlegung der rund 100 Patientinnen und Patienten aus der
Frauen-, der Kinder- und der Hautklinik an der Portastraße
abgeschlossen. Von Hans-Jürgen Amtage
"Das
war eine tolle Stimmung." MT-Redakteur Hartmut Nolte, der bereits
gestern den großen Patientenumzug vom Mindener Klinikum I an der
Friedrichstraße in das neue Johannes-Wesling-Klinikum begleitete,
zeigte sich am Samstagnachmittag begeistert.
Um 14.30 Uhr, zwei Stunden eher als erwartet, waren die knapp 200
Patientinnen und Patienten nach Häverstädt in ihre neuen Krankenzimmer
umgezogen. Rund 150 Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr, sowie etwa
100 weitere Hilfskräfte von DRK und Johannitern waren von 8 Uhr an mit
etwa 50 Fahrzeugen im Einsatz, um die Kranken sicher in das
Johannes-Wesling-Klinikum zu transportieren. Um 8.20 Uhr traf die erste
Patientin in dem rund 210 Millionen Euro teuren Gesundheitskomplex
unterhalb des Wiehengebirges ein.
Bereits
eine Viertelstunde zuvor galt es im neuen Klinikum einen
Notfallpatienten zu versorgen. Ein 58-jähriger Mindener musste von den
Fachleuten der Hals-Nasen-Ohrenklinik behandelt werden und eröffnete
somit unfreiwillig den Patientenbetrieb in dem Haus mit seinen 3500
Zimmern, das am 1. März eröffnet wurde. Ursprünglich sollte der
Patientenumzug eine Woche später erfolgen. Doch wegen Problemen mit der
Klimaanlage wurde der Umzug kurzfristig auf dieses Wochenende
verschoben.
Zum Einsatz kam am Samstagmorgen auch ein Spezialbus der Feuerwehr
Hannover, der mit sechs Beatmungsplätzen ausgestattet ist. Mit dem
Spezialfahrzeug - eine Art mobiles Krankenhaus - wurde ein Patient
transportiert, der an einer schweren Lungenentzündung leidet und an
einer weiteren Infektion erkrankt ist, so dass er beatmet werden muss.
Bis
Samstagabend wurden bereits mehr als 30 Notfälle im neuen Klinikum
versorgt. Darunter ein Schlaganfall und zwei Herzinfarkte. Alles sei
auch in den neuen Operationssälen einwandfrei verlaufen, berichtete der
Geschäftsführer der Mühlenkreiskliniken, Gerald Oestereich am
Samstagnachmittag vor Journalisten.
Von Anfang an habe eine äußerst gute Grundstimmung geherrscht. Das
gelte für die freiwilligen Hilfskräfte ebenso wie für die rund 1500
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums, die an diesem
Wochenende im Einsatz sind, um einen weitgehend reibungslosen Ablauf
des Patientenumzuges zu gewährleisten. "Auch unseren Notfallpatienten
geht es gut", verkündete der Ärztliche Direktor, Dr. Bernd
Bachmann-Menenga am Abend.
"Es wirkte alles völlig unaufgeregt", schildert MT-Redakteur Hartmut
Nolte den Verlauf des ersten Tages, auch wenn es zum Auftakt ein
kleines Problem gab. Ein Lieferfahrzeug hatte am frühen Morgen die
Zufahrt zur Notfallaufnahme des Klinikums versperrt. Ein Abschleppwagen
löste Minuten später das Problem.
Am
heutigen Sonntagmorgen wurde der Patientenumzug fortgesetzt. Es wurden
die etwa 100 Patienten, die bis dahin noch im Klinikum II an der
Portastraße verweilten, in das Johannes-Wesling-Klinikum verlegt.
Darunter auch viele Kinder, die bis heute Morgen noch in der
Kinderklinik versorgt wurden, und sich nun über das neue
Eltern-Kind-Zentrum (Elki) mit seinen vielen Freizeitmöglichkeiten
freuen
und so ihre Krankheit ein wenig vergessen können.
Mit dem Patientenumzug an diesem Wochenende wurden die
Zusammenlegung von insgesamt 14 Kliniken, die bislang in den beiden
Klinikum-Standorten Friedrichstraße und Portastraße untergebracht
waren, im neuen Johannes-Wesling-Klinikum abgeschlossen. Inzwischen
wurde das Klinikum I komplett eingezäunt, ein Wachdienst mit scharfen
Hunden bewacht den nun weitgehend leerstehenden Gebäudekomplex, um
Vandalismus so weit wie möglich zu vermeiden.
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